Katastrophe

Wolken, grau wie der Stahlbeton
Grinsend lachen die Trauerweiden
Schadenfreudig, die Gedankenleser
Geborstene Säulen säumen den Pfad
Die Warnungen fanden kein gehör

Es wurde die Losung ausgegeben:
Keine Gnade den Ungnädigen!

Zerbrochene Köpfe säumen
Ausgetretene Gedankenwege
Kontaminationsalarm!

Kettensägenmassaker

(streng geheim)
Bedrohlich dröhnend, Drohnen
Elektrische Felder
Schaudernd stehend vorm
Scherbenhaufen:
Eiskristall methodisch
nächtliche Schatten
verschleiert durch Neuronenfeuer
Werk, bezeugen sie, von dunklen Mächten
Stockend stochernd im Klärschlamm
Zeitenwände begrenzen hermetisch
Aktendeckel beenden die Untersuchung

Nicht den Rasen betreten

Nicht den Rasen betreten
Darfst dich nicht verspäten
Lauf geradeaus
Bleib nicht stehen
Sollst immer weiter gehen
Sie wollen Leistung sehen
Sollst dich raushalten
Gefühle ausschalten

Geschrieben/Written Januar/January 2011

Haikus (1)

And he said to me
Few moments last forever
And this one passed

So where is this place
You told me so much about
You never said where

Where are our minds when
When we just sit there and smile
Listen to the wind

Can you feel it too
Have you ever thought about
About the fields of home

The trees they have grown
Many a cloud has passed by
Has anything changed

Wandmalerei

Malerei an der Wand
Wer hat dich hier hingemalt?
Jeder geht vorbei
Kann dich sehen
Bleibt auch mal einer stehen?
Versucht dich zu verstehen?

Sie gehen einfach weiter
Haben keine Zeit
Immer im Stress
Nicht mehr aufnahmebereit
Nicht mehr zur Veränderung bereit

Malerei an der Wand
Wer hat dich erdacht?
Wer hat dich hier angebracht?
Keiner nimmt sich hier die Zeit dich anzusehen
Zeit ist Geld regiert die Welt dreht sich weiter

Der Markt ist beunruhigt
Seine unsichtbare Hand
Zerschneidet die Gesellschaft
Mit der Schere zwischen Arm und Reich
Jetzt ist er beruhigt

Malerei an der Wand
Hat schon jemand deinen Sinn erkannt?

Zivilisation

Oh wo geht es hin
Durch die Nacht
In die Dunkelheit
Im Scheinwerferlicht
Eine Figur aus schwarzem Nichts

Ich fürchte nichts
Mehr als den Untergang
Der Zivilisation
Er ist schon hier
Oder gab es sie nie

Zivilisation
Es war schön mit dir
Doch jetzt sind wir hier
Am Ende angelangt
Es ist zu spät

Haben alles unversucht gelassen
Wie konnten wir nur
Die letzte Chance verpassen
Zivilisation
Wir werden dich vermissen

März 2010 (Strophen 1 & 2) März 2011 (Strophen 3 & 4)

Eyjafjallajökull

Asche im Wind
Im Chaos versinkt
Hafen der Luft
Himmel ohne Verkehr
Reisen so schwer

Gestrandet, geankert
Im Hafen der Luft
Von fernem kommen die Störer
Partikel, so klein
Treiben ins Werk

Geschrieben/Written April 2010

Revolutionäres Lied

Heute folgen wir zum letzten mal
Der Bewegung für das freie Leben
Für jeden Menschen auf der Welt
Die Idee im Blick, das Ziel ist nah
Die Gerechtigkeit tragen wir auf unsern Bannern
Und in unseren Herzen
Für sie gehen wir voran
Keiner fällt zu Boden
Keiner bleibt bei uns zurück
Wir sind hier und wir sind viele
Und heute folgen wir zum letzten Mal
Der Bewegung für das freie Leben
Für jeden Menschen auf der Welt

Wir folgen bis zum Sieg
Hören erst auf wenn die letzte Grenze fällt
Und der letzte Hass versiegt
Keine Herrschaft, keine Grenzen
Nur noch Liebe und Solidarität
Dafür folgen wir heute zum letzten Mal
Der Bewegung für das freie Leben
Für jeden Menschen auf der Welt
Die Idee im Blick, das Ziel ist nah
Die Gerechtigkeit tragen wir auf unsern Bannern
Und in unseren Herzen

Heute folgen wir zum letzten mal
Dann sind wir frei und keinem Untertan
Folgen nichts als unserem Herzen
Dafür folgen wir heute zum letzten Mal
Der Bewegung für das freie Leben
Für jeden Menschen auf der Welt

Geschrieben/Written Oktober/October 2010

Niemals niemals aufgeben

Lasst Frieden sein auf Erden
Lasst Liebe und Glück
Die Welt beherrschen
Lasst Solidarität und Menschlichkeit
Unsere Maxime sein
Nach der wir Handeln
Und nach einem guten Leben streben
Lasst das für jedermensch zu erfüllen
Das sein wofür wir leben
Lasst uns dieses Ziel
Niemals niemals aufgeben
Bis die gute Gesellschaft aufgebaut
Herrschaftsfrei und Gleich
Keiner arm und jeder Satt
Im Herzen warm und nicht am frieren
Wo keiner muss verlieren
Damit ein anderer gewinnt
Wo die Gesichter nicht
Von Schmerz und Leid gezeichnet sind
Und die Menschen nicht vor Gier und Neid
Sondern vor Liebe blind

Wer meint er kenne alle Antworten kennt nicht alle Fragen

In der Zeit verschwunden
Von allen Sorgen und Nöten entbunden
Vorbei fliegen im Gleichschritttempo
Die vielen verlorenen Sekunden
Wie Sandkörner im Strudel der Unendlichkeit
Die Erinnerungen verschwommen zur Unkenntlichkeit
Schwebend im dunklen Nichts der Ewigkeit
Ein kleiner Punkt nur auf der Leinwand der Zeit
Ein Pinselstrich und er ist verdeckt
In den Tiefen der Epochen versunken
Untergegangen im tiefen Ozean der Unwichtigkeit

Und doch ist nichts vergebens
Noch lang nicht alles verloren
Und doch ist ein jeder Teil seiner Zeit
Sie ist nicht zu stoppen
Es gibt kein zurück
Sie hat kein Erbarmen
Kein Ziel ist vorbestimmt
Nur ein Teil im Spiel der Teilchen
Was ist der Antrieb und die Kraft
Die alles im innersten Zusammenhält?
Fragen fliegen durcheinander
Weil nichts zusammen passt

Wohin führen all die Wege die wir beschreiten?
Wer will die Evolution bestreiten?
Die Welt ist eine Scheibe
Und sie ist im Mittelpunkt
Was ist auf der anderen Seite?
Und wie kommt man dahin?
Wieso sind wir hier und nicht woanders?
Wie kann man das rechtfertigen?
Uns geht’s hier gut in unserem Europa
Wer woanders arm geboren
Den lassen wir hier nicht rein

Wieso haben wir die Menschenrechte
Und halten sie nicht ein?
Was unterscheidet uns von Tieren?
Wir laufen nicht auf allen Vieren
Weshalb sind wir nie zufrieden?
Warum werden so viele schlechte Bücher geschrieben?
Wieso stellen wir so viele Fragen?
Wer meint er kenne alle Antworten
Der kennt nicht alle Fragen
Wenn alle Fragen beantwortet sind
Stirbt dann jede Hoffnung?

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